Triathlontrainingslager 2020 und Covid-19

(Stand 13.03.2020)

Leider hat sich die Situation bis, heute wie anzunehmen war, verschärft und viele europäische Länder schotten sich ab. Die Gefahr dass auch Frankreich oder Deutschland die Grenzen schließen wird ist immanent. Auch die Schließung von Schulen und Schwimmbädern rücken die Situation in ein neues, Licht.

Um nicht zu riskieren, am Ende in Frankreich festzusitzen, oder nach Rückkehr in längere Karantänezeit zu müssen haben wir uns gemeinsam mit dem Vorstand entschlossen, die Fahrt nach Frankreich nicht anzutreten. Wir prüfen derzeit, welche Handlungsmöglichkeiten uns verbleiben.

(Stand 11.03.2020)

Wie mittlerweile alle mitbekommen haben sollten, breitet sich seit mehreren Wochen ein neuartiger Coronavirus-Stamm weltweit aus. Im Ursprungsland China stagniert die Zahl der Neuerkrankungen mittlerweile während sie in Europa weiter steigen.

Covid-19 hat eine lange Inkubationszeit, dass heißt die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der ersten Symptome beträgt bis zu zwei Wochen. Die Symptome sind  zunächst grippe-ähnlich. Bei den schweren Erkrankungsfällen mündet die Erkrankung aber in schwersten Symptomen bis hin zu tödlichen Lungenversagen. Ähnlich wie auch bei der Grippe gehören ältere Menschen, deren Immunsystem nicht mehr so effektiv arbeitet und Menschen mit Herzschwäche oder Lungenschädigungen zur Risikogruppe, was diese schweren Symptome anbelangt.

Jüngere Menschen weisen hingegen eine erhöhte Resistenz auf und bei Ansteckung bleibt die Krankheit unbemerkt oder verläuft mit den Symptomen einer normalen Erkältung. Ansteckend sind infizierte junge Menschen trotzdem und können eben auf diesem Wege ältere Risikopatienten völlig unbemerkt anstecken.

Es ist zu erwarten, dass sich die Infektionen im Zuge der kommenden Wochen in ganz Europa noch drastisch erhöhen werden. Damit dies nicht auch zu einer hohen Zahl tödlicher Krankheitsverläufe bei Risikopatienten führt, gilt es derzeit, die Ausbreitung zu verlangsamen -aufhalten lassen wird sie sich nicht.

Unsere Reisegruppe gehört nicht zur Risikogruppe, es besteht für die Gesundheit der Sportler kein ernsthaftes, gesundheitliches Risiko. Für Angehörige der Sportler daheim besteht durch die Rückkehr der Sportler aus Frankreich kein signifikant erhöhtes Ansteckungsrisiko solange  sich die Zahlen in beiden Regionen vergleichbar entwickeln. Es gilt gegenüber Risikopatienten auch nach Antritt des Trainingslagers, die gleichen Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Kurz, man kann sich in Frankreich nichts einfangen, was man sich nicht auch mit gleicher Wahrscheinlichkeit in Kassel einfangen könnte.

Die WHO spricht sich in ihrem Ende Februar veröffentlichten Statement gegen Einschränkungen des Reiseverkehrs aus, weil sich diese in der Vergangenheit und auch im aktuellen Fall nicht als wirksam erwiesen haben und lediglich wirtschaftlichen Schaden und negative soziale Auswirkungen mit sich bringen, ohne die Ausbreitung des Virus zu verhindern, wie sich auch im aktuellen Covid-19-Fall gezeigt hat (Quelle). Lediglich als kurzzeitiges Mittel der Verzögerung hält die WHO solche Maßnahmen für sinnvoll, um den Gesundheitssysteme der betroffenen Länder zusätzliche Vorbereitungszeit zu verschaffen. Über diesen Punkt sind wir aber in Europa hinaus. Eine Grenzschließung zwischen Frankreich und Deutschland wäre solange sich die Infektionszahlen in beiden Ländern ähnlich entwickeln -was derzeit wahrscheinlich ist – kein probates Mittel . Einzig wenn sich Hessen oder die Region Alpes-Côte-Azur zu einem Krisenherd wie z.B. derzeit Norditalien entwickeln sollte, kann es zu Reiseeinschränkungen oder Quarantäne-Verhängungen kommen -wofür es derzeit keine expliziten Indizien gibt (Quelle). Die Ausbreitung der Covid-19 Fälle über die französichen Verwaltungsregionen zeigt derzeit keine erhöhte Infektionsrate für die Region, die wir bereisen (Quelle). Auch von der erhöhten Infektionsrate Norditaliens lässt sich aus den aktuellen Zahlen kein Effekt auf die Region Alpes-Côte-d’Azur erkennen (vgl.ebd).

Zur Verbreitung des Virus tragen wir also nicht bei. Eher haben wir ein geringeres Ansteckungsrisiko, weil wir uns aus der Metropolregion Kassel in eine dünnbesiedelte Agrarregion begeben. Unsere Teilnehmer gehören nicht zur Risikogruppe, weswegen das Risiko, sich anzustecken und bedrohliche Symptome zu entwickeln extrem gering ist und sich zudem durch die Durchführung des Trainingslagers nicht verändert.

Aufgrund dessen, dass eine Durchführbarkeit des Trainingslagers noch ausreichend wahrscheinlich ist und des geringen wirtschaftlichen Nachteils der entsteht, sollte das Trainingslagers aufgrund von Grenzschließuing oder Quarantäneverhängung doch nicht möglich sein, planen wir nach wie vor das Trainingslager durchzuführen.

Ich bedanke mich für die telefonische Beratung von Dr. Ullrich Barthelmes seines Zeichens Laborarzt im Klinikum Kassel, der mir als Vorbereitung für diesen Artikel Rede und Antwort stand. Ich hoffe seine Aussagen treffend wiedergegeben zu haben.

Quellen:

Welt Gesundheitsorganisation WHO: Empfehlungen für den internationalen Reiseverkehr https://www.who.int/news-room/articles-detail/updated-who-recommendations-for-international-traffic-in-relation-to-covid-19-outbreak

Welt Gesundheitsorganisation WHO: Weltweite Infektionszahlen in Kartenansicht https://experience.arcgis.com/experience/685d0ace521648f8a5beeeee1b9125cd

Französisches Gesundheitsministerium: Verbreitung des Covid 19 Virus in Regionen aufgeschlüsselt https://www.santepubliquefrance.fr/maladies-et-traumatismes/maladies-et-infections-respiratoires/infection-a-coronavirus/articles/infection-au-nouveau-coronavirus-sars-cov-2-covid-19-france-et-monde

*Edit* Die europäischen Risikogebiete sind auf dieser Seite des Robert Koch Insitutes zu finden: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete.html

Für den Fall eines Ausfalls

Für den (hoffentlich unwahrscheinlichen) Fall dass das Trainingslager nicht anzutreten ist, bestünde der Geldverlust auf alle Beteiligten umgeschultert,  aus etwa 90€ für die vorausgezahlten Unterbringungskosten. Als Gegenleistung hierfür, würden wir ein attraktives Heimtrainingslager vom Gelände der WVC aus durchführen.

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