#kanudm2020 – ohne Netz und doppelten Boden, dafür hoch hinaus!

In diesem Jahr ist alles etwas anders. So wurden auch die Deutschen Titelkämpfe der Rennkanuten an die Situation angepasst. Anstatt eines großen, einwöchigen Kanufests in Köln gab es für ausgewählte Junioren- und LK-Fahrer immerhin die Chance, die Titel auf der Kurz- und Mittelstrecke im Einer im Zuge einer dreitätigen „Sichtungs-DM“ in Duisburg auszufahren. Da Elin, Enja und Rieke für die nationalen Sichtungen angemeldet waren, stand der Termin seit einem guten Monat in unserem Rennkalender: 7.-9.8.2020.

Freitag, 7. August 2020 – Es geht los

In „normalen“ Jahren hat man als Sportler durch diverse Wettkämpfe über die Saison zumindest einen Anhaltspunkt, wo man steht. In diesem Jahr hatten wir immerhin den Vergleich zwischen unseren drei Sportlerinnen – viele andere dürften komplett ohne Anhaltspunkte angereist sein. So waren schon die Vorläufe am Freitag große Wundertüten. Doch es folgte bald das Aufatmen: Über 200m erreichten alle drei Sportlerinnen Platz 2 im Vorlauf, womit die Chancen für die Zwischenläufe recht gut aussahen. Über 500m qualifizierten sich Enja und Elin mit Vorlaufsiegen sogar direkt für den Endlauf, mit Platz 2 hinter Elin erreichte Rieke ungefährdet den Zwischenlauf.

Höchste Konzentration bei der Rennvorbereitung

Samstag, 8. August 2020 – Die ersten Endläufe – und Gold!

Am Samstag ging es dann um die Medaillen. Im dritten Finale des Tages, dem 200m-Finale der Damen Juniorinnen, konnten die leider vor Ort nicht erlaubten Zuschauer im Livestream verfolgen, wie Elin, Enja und Rieke die Plätze 4, 5 und 8 belegten. Doch viel Zeit, sich über die Platzierungen zu freuen oder die knapp verpasste Medaille zu betrauern, blieb nicht. Nach nur vier Stunden, die bei der Hitze vor Ort nur bedingt zur Regeneration geeignet waren, musste Rieke im Zwischenlauf über 500m wieder ran, und verpasste den Einzug in den A-Endlauf mit 2/10 Sekunden. Um 17:26h schließlich stand der 500m Endlauf an – wiederum mit aufgeregten Zuschauern vor den Bildschirmen. In den folgenden 1:58:681 min illustrierte Enja eindrucksvoll, was die Rennkanuten meinen mit „hinten ist die Ente fett“. Mit einem phänomenalen Endspurt holte sie die bis dahin mit bis zu einer Bootslänge führende Sportlerin noch ein und siegte! Da zahlen sich die vielen schnellen GA-Kilometer in Winter und Frühjahr aus! 😉 Wiederum „nur“ die Holzmedaille gab es für Elin. Im folgenden B-Endlauf fuhr Rieke mit einem klaren Start-Ziel-Sieg auf Platz 10. 

Sonntag, 9. August 2020 – Mach’s nochmal, Enja!

Damit war für Elin und Rieke die Deutsche Meisterschaft geschafft – die 1000m zählten nicht für die Qualifikationen, und nur Enja hat eine Vorliebe für diese Strecke. So groß, extra einen Zwischenlauf einzulegen, war die Vorliebe dann aber nicht. Mit einem klaren Vorlaufsieg konnte sich Enja am Sonntagmorgen auch in diesem Rennen direkt für den Endlauf qualifizieren. Auch im Enlauf schaffte sie es, cool zu bleiben. Ihre Stärke spielte sie auf der zweiten Hälfte der Strecke aus, auf der sie langsam aber unaufhaltsam an ihren Gegnerinnen vorbeizog, und ihrem Endspurt hatte schließlich niemand mehr etwas entgegenzusetzen. Der zweite Titel für Enja und die WVC!

Strahlt mit der Sonne um die Wette: Enja nach ihrem Sieg über 500m

Statt Entspannung geht es jetzt allerdings weiter für die Athletinnen. Vom Deutschen Kanuverband wurden Enja und Elin für die Olympic Hopes Regatta nominiert, die Ende September in Szeged stattfindet. In Vorbereitung dafür ging es direkt am Montag schon wieder los ins DKV-Trainingslager nach Kienbaum. Wir sind gespannt, was dieses außergewöhnliche Jahr noch bereithält.

Auf jeden Fall hier nocheinmal Herzliche Glückwünsche an unsere drei Athletinnen!

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